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Die Geschichte unseres Hauses (1830-2018) in einer wundersamen, historischen Stadt

Die Ära Malfatti (1830 - 1891)

In der Zeit des Klassizismus, als die großen Namen der Wiener Klassik in der Stadt wirkten, errichtete der Leibarzt des Kaisers eine VIlla im damaligen italienischen Stil nahe Schönbrunn, mit Blick über Wien.

Die Villa Malfatti wurde um 1830 von Dr. Johann Malfatti aus Montereggio erbaut. Gelegen auf einem großen Grundstück in Gehdistanz zur Residenz Kaisers Franz II., soll Malfattis VIlla ganz die damalige italienische Architektur verkörpert haben. Damals war Malfattis Anwesen der größte in Privatbesitz befindliche Grund Hietzings. Zuvor war an dieser Stelle das Landhaus des Engländers Mr. Beert gestanden, das später unter anderem in Besitz des Grafen Franz Pálffy gewesen war.

Chopin erwähnt Malfattis villa in einem Brief, in welchem er über die Schönheit des Anwesens schwärmt. Mit Begeisterung beschreibt er die Springbrunnen im Garten, die großen Fenster im Salon und den zauberhaften Ausblick von der Terrasse und meint «der dort herrschende Esprit und das vorzügliche Abendessen hielten uns sehr lange zurück, erst gegen Mitternacht bestiegen wir die Wagen und fuhren nach Hause».

Die Ära Taussig (1891 - 1931)

Theodor Ritter von Taussig, Zeitgenossen zufolge der «hervorragendste Bankier des Landes», erwarb das Anwesen im Jahre 1891 und betraute den berühmten Architekten Karl König mit der Aufgabe, einen Gartenpalast im Stile des Neubarock zu errichten.

Es ist schwierig sich Herrn Taussigs prunkvollen Lebens gewahr zu werden. Der Gouverneur der Österreichischen Boden-Credit-Anstalt, einer der größten Banken Österreich-Ungarns, der sich seinen eigenen Palast von jenem Architekten errichten ließ, der in Wien unter anderem das «Haus der Industrie» und das Mozart-Denkmal im Burggarten schuf. Die Villa Taussig soll eine starke Ähnlichkeit zur Hermesvilla, Kaiserin Sissis «Traumschloss» im nahegelegenen Lainzer Tiergarten, gehabt haben. In Taussigs Palast gab es einen Ballsaal, einen Billardraum, eine Bowlingbahn und Türme, die mittelalterlichen Burgen nachempfunden waren, welche den bereits atemberaubenden Blick über Wien nochmals bereicherten.

Es war eines der ersten Gebäude mit eigenem Generator (einem 25PS starken Ottomotor im Gärtnerhaus, gegenüber unseres Gebäudes) und hatte sogar sein eigenes Wasserreservoir am Gipfel des Küniglbergs. Die VIlla wurde 1931 abgerissen. Weshalb genau ihr ein so jähes Ende beschert war, bleibt ein Rätsel.

Das Kutscherhaus (1931 - 2017)

Die Wohnung des Hauptkutschers und seines Gehilfen wurde von den Vorbesitzern erworben und die Kutschengarage im mittleren Trakt mit den angrenzenden Ställen zu einem zweiten Wohnraum ausgebaut.

Unser Gebäude ist Teil des früheren Kutscherhauses der VIlla Taussig. Es setzt sich zusammen aus einem mittleren Block mit zwei geschwungenen Flügeln, wovon einer als Wohnung für die Kutscher und der andere als Stall für bis zu fünf Pferde genutzt wurde. Oberhalb der Garagen im Mitteltrakt gab es einen Heuboden. Der charakteristische Turm sorgte für die notwendige Belüftung, um das Heu trocken zu halten. Das Kutscherhaus hatte Platz für zwei Kutschen und wurde später als Automobilgarage genutzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts installierten die Eigentümer Flaschenzüge, mit denen sie die Batterien ihrer elektrischen Autos austauschen konnten.

Der eigenwillige Grundriss des Gebäudes ist der Form von Herrn Taussigs Grundstück geschuldet, in dessen nordöstlicher Ecke das Kutscherhaus stand.

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